Vernissage von Carmen Stölzl in der Galerie M

Leopold Wanderer, Johann Dill, Manfred Schweighofer, Carmen Stölzl, Mag. Silvia Schweighofer, Paul Horsak, GGR. Univ. Doz. Dr.Dr. hc. Robert Fitzgerald, Karl J. Mayerhofer, NR Johann Hell
Leopold Wanderer, Johann Dill, Manfred Schweighofer, Carmen Stölzl, Mag. Silvia Schweighofer, Paul Horsak, GGR. Univ. Doz. Dr.Dr. hc. Robert Fitzgerald, Karl J. Mayerhofer, NR Johann Hell

Der Kulturverein kulturkreiskirchstetten präsentierte in der kleinen feinen Galerie M die Künstlerin Carmen Stölzl aus Graz - Steiermark. Die Künstlerin ist auf die Galerie in Hinterholz der Marktgemeinde Kirchstetten über die ART Innsbruck gestoßen und so besuchte sie bereits im letzten Jahr den kleinen Ort mit großem Ruf in Niederösterreich. Dieser gute Ruf wurde auch mit dieser Ausstellung fortgesetzt und so konnte Galerist und Künstlerkollege Karl J. Mayerhofer viele Gäste begrüßen. Allen voran NR. Johann Hell, Bgm. Paul Horsak, GGR Univ. Doz. Dr.Dr. hc. Robert Fitzgerald, Stadtrat Mag. Manfred Schweighofer aus Neulengbach, GR. Ing. Christian Kreuzeder aus Böheimkirchen, die beiden a'Des Hans Dill und Maria Rollenitz, Ehrenmitglied und fünfzig Jahre im Dienste der Dokumentation Leopold Wanderer und und und.

In ihrer Laudatio ging Mag. Silvia Schweighofer intensiv auf das Schaffen der Künstlerin ein, die in ihrem Stil an die großen Künstler des 20. Jahrhunderts erinnert. Die begeisterte Linkshänderin (lernte erst viel später von rechts auf links um) brachte mit ihren farbenfrohen Werken eine beeindruckende Kraft in die Räume.

Von den Bildern begeistert und bei erlesenen Weinen von Winzerin Roswitha Roch fühlten sich die Kunstfreunde wie

Neulengbachs Opernführer Friedrich Ucik, Galeristin Ursula Fischer, Lyriker Ferdinand Ernst Böckl und viele andere wohl.

Laudatio von Mag. Silvia Schweighofer

 

Carmen Stölzl, unsere heutige Künstlerin, wurde 1968 in Leoben geboren. Sie besuchte das akademische Gymnasium in Graz, wo ihr Zeichenlehrer als Erster auf ihr künstlerisches Talent aufmerksam wurde - und sie in ihren bildnerischen Fähigkeiten bestärkte.

Nach der Matura begann sie ein Studium der Kunstgeschichte, übersiedelte dann aber nach Wien, wo sie die Ausbildung zur Damenkleidermacherin begann, die sie 1994 mit Diplom abschloss.

1996 war für Carmen Stölzl ein Wendepunkt in ihrem Leben – sie entdeckte ihre angeborene Linkshändigkeit. Nach Rückschulung auf die dominante Hand und Körperseite kommt es zum Wiederausleben ihres eigentlichen Talentes – zur Malerei. Die Linkshändigkeit ist in der Bildenden Kunst keine Seltenheit – auch Rubens, Michelangelo und Leonardo da Vinci malten mit ihrer linken Hand.

1999 kehrte Carmen wieder nach Graz zurück, wo sie seit 2003 als freischaffende Künstlerin arbeitet.

Zahlreiche Ausstellungen folgten, wie die Vernissage im Minoritensaal in Graz, die Teilnahme an der Künstlerbegegnung im Stift St. Lambrecht, in der Galerie am Flughafen Graz, bei der Merkur Versicherung, im Kunstverein Medienturm in Graz und zuletzt auf der Art Innsbruck, unter dem Schirm unserer Galerie M.

 

Die bevorzugte Technik Carmen Stölzls ist Acryl auf Leinwand, und die Bilder, die Carmen heute mitgebracht hat, werden von ihr unter dem Titel „Leben, Lieben, Lachen“ präsentiert.

In ihren Bildern dominiert die Farbe Rot, wobei sie ergänzend mit einer reduzierten Farbpalette von Brauntönen, Gelbtönen und Weiß arbeitet, sowie mit kräftigen Linien und Pinselstrichen.

 

Die Künstlerin zieht uns, die Betrachter, in die Erlebniswelt des Bildes hinein. Indem wir uns fragen müssen, wofür die immer wiederkehrenden Metaphern und Symbole stehen, die die Künstlerin mit vielschichtigen Bildhintergründen, Lasierungen und Übermalungen entstehen lässt, ist eine gewisse Autonomie des geheimnisvoll Entrückten und des Poetischen in ihren Werken zu finden.

Farbintensive, sinnliche, mit der Farbe Rot dominierte abstrakte Bilder – durchbrochen von hellem, zarten Weiß – als Reinigung, zur Sensibilisierung des Auges. Farbe und Symbole stehen im Kontrast zueinander, sie verleihen den Bildern Spannkraft und Dynamik, sie regen zum Nachdenken an, zum Hinabsteigen in das eigene Innere, zum Aufspüren längst vergessener Geschichten.

Carmen Stölzl schafft mit ihren Bildfolgen Ideenassoziationsketten, die in den Tiefenbewusstseinsschichten der Künstlerin schlummern, als eigene Existenzen, bis sie bereit und reif sind, in Form und Farbe umgesetzt zu werden. Ihre Bilder sind keine Abbildungen der bekannten Welt, sie hat in der Malerei ihre eigene Welt gefunden. Ein fremdes Universum, in das der Betrachter reisen mag – wenn er möchte.

 

Carmen Stölzl geht mit ihren Werken eine homogene und zugleich spannungsvolle Symbiose ein. Sie lässt positiv wirkende Bilder entstehen, die sehr wohl der tiefsinnigen und komplexen Persönlichkeit der Künstlerin voll gerecht werden. Ihre Kunst ist stimmig und wahrhaftig, weil ehrlich und authentisch, ihre Werke ermuntern den Betrachter zu einer geistigen Reise. Sie verarbeitet visuelle Eindrücke in ihrer ganz eigenen charakteristischen Weise in Abstraktes und haucht ihnen eine Geschichte ein, ohne dass sie ihre malerische Qualität einbüßen. Die Geschichte wird zum Thema und baut eine intensive Beziehung zum Betrachter auf.

 

Carmen Stölzl möchte uns mit ihren Bildern eine neue Sichtweise auf die Liebe ermöglichen, eine Konzentration auf das Leben, und auf die Kunst – über sich selbst lachen zu können.